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C: Der Homo Varius – das Menschenbild der BEconomics

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Die Ökonomik liebt einfache Geschichten. Der eine Mensch ist rational, der andere sozial, der dritte nachhaltig. Doch echte Menschen sind keine Schubladen – sie sind Variationen. Darum braucht es ein neues Leitbild: den Homo Varius. Er ist das Menschenbild der BEconomics – realistisch, vielschichtig, offen.

Was wir von alten Modellen lernen

Die bisherigen Menschenbilder der Wirtschaftslehre liefern Puzzleteile, aber kein vollständiges Bild:

Homo Oeconomicus – Mister Eigennutz. Rational, berechnend, eigennützig. Kein realistisches Abbild, eher ein ideologisches Werkzeug. Aber: Wenn Menschen Existenzangst spüren, handeln sie tatsächlich egoistischer.

Homo Sustensis – der idealistische Sinn-Sucher. Will Nachhaltigkeit, Fairness, Sinn statt Profit.

Homo Reciprocans – der Fair-Player. Handelt kooperativ, wenn andere auch mitziehen. Er trägt Gemeinschaft, solange sie funktioniert.

Homo Relationalis – der Beziehungs-Mensch. Wird geprägt von Kultur, Umfeld und Wirtschaftssystem. Das System formt die Werte.

Nota bene: Den Homo Oeconomicus finden wir vor allem in den Chefetagen. Hier der passende Song dazu:

 

Was den Homo Varius ausmacht

Der Mensch ist rational – aber auch emotional, instinktiv, manchmal widersprüchlich. Er kann vernünftig handeln, wenn ihn niemand in Panik versetzt. Und er kann solidarisch sein, wenn er Vertrauen spürt.

Das Bild des Homo Varius erkennt deshalb: Wir sind formbar. Wir reagieren auf die Bedingungen, die wir selbst schaffen.

Er ist kein Heiliger, keine Ego-Maschine, sondern beides in Balance. Er sucht Sicherheit, aber auch Sinn. Er will gerecht behandelt werden – und ist dann auch selbst gerecht.

Seine Eigenschaften in Kürze

Das Menschenbild der BEconomics ist der Homo Varius: Ein Mensch mit vielen verschiedenen Eigenschaften. Vor allem ist er anpassungsbereit.
Der Homo Varius: Ein Mensch mit vielen Eigenschaften. Schaubild: Eigene Darstellung

• Ein Stück weit egoistisch und materialistisch – vor allem bei Existenzangst.
• Kooperationsbereit, wenn Fairness und Verbindlichkeit gelten.
• Pragmatisch und anpassungsfähig – entscheidet zwischen realen Optionen.
• Von Vernunft geleitet, aber ebenso von Gefühlen und Affekten.
• Kritisch, wenn Ungerechtigkeit zum System wird.
• entwicklungsfähig – vom Einzelkämpfer zum Teamplayer.

Das System ändern, nicht den Menschen

Der Homo Varius zeigt: Der Mensch ist kein fixes Wesen, sondern ein Ergebnis seiner Rahmenbedingungen. Wenn das Wirtschaftssystem Angst schürt, entstehen Egoismus und Rückzug. Wenn es Sicherheit und Fairness schafft, wächst Kooperation.

Daraus folgt: Wir müssen nicht die Menschen „ändern“, sondern die Systeme, die sie formen.

Deine TEC-Learnings:
  • Alte Menschenbilder sind zu einseitig: Der Mensch ist rational und emotional.
  • Existenzsicherheit fördert Kooperation – Angst fördert Egoismus.
  • Der Homo Varius ist das Leitbild der BEconomics: vielseitig, reflektiert, gemeinschaftlich.

© The Economics Coach 2026 (Titelbild: LightfieldStudios/Envato)

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