Im ersten Teil hast du gesehen, warum klassische Unternehmen – mit Aktionären, mit Familienchefs und im Staatsbesitz – falsch konstruiert sind. Hier kommt der Gegenentwurf: die BEcompany (BEC). Ein Unternehmen, das keinem gehört und trotzdem bestens funktioniert.
Das lässt sich am Beispiel des schwäbischen Naturkosmetik-Herstellers Wala („Dr. Hauschka“) zeigen. Dort gaben die Eigentümer 1987 ihre Anteile an eine Stiftung ab. Seitdem gibt es keine privaten Anteilseigner mehr – nur einen Stiftungsrat, der den Vorstand einsetzt und kontrolliert. Die Gewinne bleiben im Unternehmen und in einer gemeinnützigen Stiftung für medizinische Forschung. Weitere Beispiele für soziale Stiftungsunternehmen findest du hier.
Die BEcompany (BEC) geht einen Schritt weiter: Sie braucht keine Stiftung als Träger mehr. Sie ist von Beginn an eigentümerlos – ein Unternehmen, das sich selbst gehört, wie ein Mensch, der eben auch keinem anderen gehört.
Wie die BEcompany tickt
Auch die BEC muss liquide bleiben und Gewinne erzielen – allerdings fließen diese Überschüsse nicht an Investoren, sondern
• an die Beschäftigten (als Beteiligung am Unternehmenserfolg)
• und in Investitionen, die Zukunft und Nachhaltigkeit sichern.
Damit niemand auf Kosten anderer profitiert, entscheidet das oberste Kontrollgremium, der Aufsichtsrat, über die Gewinnquote und deren Aufteilung. Bei übermäßigen Gewinnen bzw. unverhältnismäßiger Rendite (tba) greift eine Übergewinnsteuer – damit Fairness Vorrang vor Gier behält.

Wer kontrolliert die BEC?
Anders als in der kapitalistischen Marktwirtschaft sitzen im Aufsichtsrat keine Eigentümer, sondern Vertreter der Gesellschaft.
Aus welchen Stakeholder-Gruppen kommen sie?
• Management- und Branchen-Expert:innen
• Finanzexpert:innen
• Beschäftigte
• Anwohner:innen
• NGOs (z. B. Klima- und Sozialverbände)
• Verbrauchervertreter:innen
• per Los bestimmte Bürger:innen
Niemand steht unter Kapital- oder Fraktionszwang. Entscheidungen entstehen mit wechselnden Mehrheiten – dynamisch, plural, demokratisch.
Nota bene: Diese Sort „Visionär“ braucht die BEcompany ganz sicher nicht mehr…
Neuer Führungstypus
Eine BEC braucht andere Manager – keine Machtmenschen und Bonusjäger, sondern Sinnstifter. Das muss mit den Vorständen anfangen. Menschen, die nicht den Aktienkurs, sondern den gesellschaftlichen Beitrag im Blick haben. Führung heißt hier: Verantwortung statt Rendite, Public Value statt Shareholder Value.
BEcompanys brauchen Manager, die nicht den Aktienkurs, sondern ihren gesellschaftlichen Beitrag im Blick haben.
Markt ohne Dogma
Die BEC ist Teil einer kooperativen Wirtschaft. Wettbewerb bleibt – aber nicht als Selbstzweck. „Coopetition“ ersetzt den Konkurrenz-Wahn: Kooperation, wo sie Ressourcen spart – Wettbewerb, wo er Innovation fördert.
Eine unabhängige Wettbewerbsbehörde (eine Art erweitertes Kartellamt) legt fest, wie viele BECs pro Branche sinnvoll sind.
Beispiel:
• Infrastruktur-Sektoren (etwa Glasfasernetze) brauchen nur wenige Anbieter – Kooperation ist effizienter.
• Innovationsbranchen (z. B. Pharma) profitieren von mehreren spezialisierten Akteuren.
Mehr als nur Großunternehmen
Die BEconomy baut auf Vielfalt: Neben den BECs existieren
• Genossenschaften – etwa für Wohnen oder Energie,
• regionale Verbünde zwischen Landwirt:innen und Verbraucher:innen (solidarische Landwirtschaft),
• Sharing-Modelle auf Non-Profit-Basis für digitale Plattformen – z. B. für Carsharing oder Wohnen auf Zeit.
So bleibt Wirtschaft lokal verankert, sozial legitimiert und digital vernetzt.
- Die BEconomics Company (BEC) gehört sich selbst – Gewinne fließen an Mitarbeitende und in Investitionen.
- Der Aufsichtsrat repräsentiert die Gesellschaft, nicht die Eigentümer.
- BECs werden ergänzt durch Genossenschaften und Sharing-Modelle.
Wenn du wissen willst, mit welchem neuen Lebensstil die BEcompany und die BEconomy verbunden sind, dann hier entlang!
© The Economics Coach 2026 (Titelbild: Rawpixel)



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