Und Erwachsene ebenso…

Äußerst merkwürdige Vorgänge bei Haribo: Cannabis in Happy-Cola-Flaschen – ausgerechnet in den Niederlanden. Wie konnte das Gras in die Gummis gelangen? Erste Verschwörungstheorien kursieren.

Möglicherweise dachte sich ein besonders cleverer Marktstratege, er könne so den niederländischen Markt erschließen. Der gilt wegen der vielen Coffee Shops mit ihren Spezialplätzchen als extrem schwierig für den Fruchtgummi-Vertrieb. Vielleicht war es aber auch ein zugedröhnter Werkstudent aus der Produktion, der die Legalisierung auf seine Weise feiern wollte. Noch wissen wir also nicht, wie das Cannabis in die „Happy Cola“-Tüten von Haribo gelangt ist.

Geschmackstesterinnen bei Haribo: Ist ihnen wirklich nichts aufgefallen? Auch keine Wesensveränderung bei sich selbst? Foto: Haribo

Und noch können wir nur spekulieren, warum der „Shit“ ausgerechnet in Holland an den Mann bzw. an das Kind gebracht werden sollte. Um die Kids frühzeitig von Weingummi abhängig zu machen, angereichert mit dem holländischen Grundnahrungsmittel Marihuana? Oder handelt es sich eher um einen Fall von Guerilla-Marketing? Denn von den Very-Happy-Cola-Gummis waren angeblich nur einige im Umlauf. Weshalb auch nur wenige Menschen Beschwerden gehabt hätten, also „high“ waren. Und doch gelangt der kleine Vorfall groß in die Medien. Verdächtig: Gerade in diesen Tagen versucht der Gelatine-Gigant seine „Best-of-Cola“-Tüte zu verticken – „nur für kurze Zeit“, wie es heißt. Klar, dass alle Fans des THC Pot-sdam auch so eine Tüte mit Inhalt ergattern wollen.

Weitere Spuren führen zum Goldbärchen-Konzern. Einer seiner Verkaufsschlager hört auf den Namen „Color-Rado“. Und in dem gleichnamigen US-Bundesstaat sind seit 2012 Kauf und Konsum von Cannabis erlaubt. Reiner Zufall? Ein weiterer, ziemlich eindeutiger Anhaltspunkt: Auf seiner Webseite bewirbt Haribo seine „Happy-Cola“-Flaschen mit Aussagen, die den Hersteller schwer belasten müssen:

Ach ja! Man könnte also denken, in den kleinen, harmlosen Flaschen seien Spurenelemente eines Energy Drinks enthalten oder sogar Alkohol drin. Oder eben noch etwas „anderes“. Doch was überhaupt steckt in dieser Partydroge? Ein Blick auf die Verpackung offenbart es:

Glukosesirup, Zucker, Gelatine, Dextrose, Citronensäure, Karamellsirup, Aroma [welches!?], Sonnenblumenöl, Bienenwachs weiß und gelb. Also alles auf ganz natürlicher Basis. Immerhin: Mit 343 Kalorien pro 100 Gramm, so groß ist die kleinste-Packung, hat Happy Cola weniger Kalorien als eine Schoki-Tafel. Dafür besteht das Zeug aber fast zur Hälfte aus Zucker.

Was letztlich nur einen Schluss zulässt: Hier handelt es sich um ein ziemlich perfides Ablenkungsmanöver. Denn Haribo brandmarkte das überraschende THC-Extra in seinen Happy-Cola-Flaschen als „Verunreinigung“. Gemessen an dem, was sich in den Gummis an „Kunststoffen“ befindet, müsste man eher von „Veredelung“ sprechen. Doch die Botschaft ist klar: Zucker gut – Cannabis gaaanz gefährlich! Man kennt diese verquere Kiffer-Logik ja bereits von den Lobbyisten der Schnapsnasen- und Raucherbein-Industrie. Fluppen und Schabau tragen lediglich zur Entspannung bei – der Bubatz ist die böse, böse Einstiegsdroge.

Spoiler: Laut Robert-Koch-Institut leiden mehr als 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter Übergewicht! Aber psst!

Diese Glosse ist auch Teil meines Podcasts „The Economics Coach“, Folge 1 „Mister Eigennutz“. Und das hier ist der Song zum Thema von und mit Harry Beau.

© The Economics Coach 2025 (Titelbild: Mayne Black mit ChatGPT. Song: Mayne Black mit Suno)