C: Unternehmen: Geldmaschinen oder Ökosysteme des Gemeinwohls?

Unternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft. Sie backen unser Brot, bringen uns ins Netz, bauen unsere Fahrräder. Kurz: Ohne Unternehmen läuft gar nichts. Und doch funktioniert das System nicht so, wie es sollte. Denn die kapitalistische Marktwirtschaft hat Unternehmen zu Geldmaschinen gemacht – und ihre Eigentümer zu Rendite-Jägern.

Wenn Wettbewerb in die Irre führt

Im Ideal sollten Unternehmen Bedürfnisse decken. In der Realität decken sie sich selbst ein. Eigentümer wollen Profite, Manager Boni und die Konkurrenz soll verlieren.

Erbitterter Fight von zwei Mixed Martial Arts-Kämpfern, die am Boden liegend ineinander verkeilt sind.
Der „sportliche“ Wettbewerb artet nicht nur bei den MMA-Fights aus. Foto: steho / Depositphotos

Das Wettbewerbsprinzip soll Effizienz schaffen – in Wahrheit produziert es Verschwendung und Widersprüche:
• Unternehmen erfinden künstliche Bedürfnisse, um neue Absatzmärkte zu schaffen.
• Werbung verkauft Lebensgefühle statt Produkte.
• Viele Güter werden absichtlich kurzlebig gebaut („Obsoleszenz“).
Parallelstrukturen fressen Ressourcen, weil jedes Unternehmen sein eigenes Rad neu erfinden will.

Und weil Gewinn das Maß aller Dinge ist, wird verlagert, gedrückt, rationalisiert – Hauptsache, die Bilanz glänzt.

Der falsche Maßstab

Warum messen wir denn überhaupt Unternehmen an Rendite und nicht an ihrem Beitrag zum Gemeinwohl? Warum zählt es mehr, wie viel Dividende sie ausschütten, als wie gut sie Menschen versorgen?

Ein System, das so tickt, produziert zwangsläufig Fehlanreize. Denn was ökologisch und sozial sinnvoll wäre, steht oft im direkten Widerspruch zur Gewinnmaximierung.

Überflüssige Unternehmensformen

Einige Strukturen sind schlicht System-fehlerhaft und so überflüssig wie ein Kropf:

Börsennotierte Aktiengesellschaften – dominiert von Fonds wie BlackRock, die Rendite fordern, nicht Nachhaltigkeit. Aktienhandel und Derivate haben die Börse zum Finanz-Casino mutieren lassen – vom Gemeinwohl so weit entfernt wie Las Vegas vom Regenwald.

Panik an der Börse.
Der ganz normale Wahnsinn an der Börse. Muss das denn wirklich sein? Foto: TEC

Familien- und Mittelstandsunternehmen – oft romantisiert, doch auch hier gilt: Entscheidungen hängen an Einzelnen. Ein patriarchaler „Chef mit Herz“ mag sympathisch wirken, bleibt aber ein Autokrat. Und bekanntlich sind nicht unbedingt alle Firmenbosse große Sympathieträger.

Staatsunternehmen – ob wie seinerzeit Bundesbahn, Bundespost oder DDR-VEB: Monopole, politische Einflussnahme, Ineffizienz. Beamten-Mentalität im Westen, Parteidisziplin im Osten – beides lähmte Innovation und Kundenorientierung.

Weder Rendite-Wahn noch Staatslenkung

Das Fazit ist einfach – und radikal: Unternehmen sollten nicht zum Spielball von Investoren und/oder Regierungen werden. Sie sollten nur sich selbst gehören und von den Bürger:innen gesteuert werden. So können sie tun, wofür sie da sind: die realen Bedürfnisse der Menschen decken – nicht die künstlichen der Märkte.

Wie das konkret funktioniert, zeigt Teil 2: die BEcompany, eine Unternehmensform, die Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl vereint.

Deine TEC-Learnings:
  • Eigentumslogik und Gemeinwohl passen systemisch nicht zusammen.
  • Wettbewerb schafft oft Verschwendung statt Effizienz.
  • Unternehmen sollten sich selbst gehören – und von den Bürger:innen gesteuert werden.

© The Economics Coach 2026 (Titelbild: TEC)