Die 13 Big Points der BEconomics
Dies sind meine 13 Kernthesen zu den BEconomics:
1. BEconomics sind Zukunft – Effizienz × Demokratie × Nachhaltigkeit.
2. Der Kapitalismus ist müde – Krisen, Ungleichheit, Klimakosten.
3. Inseln sind zu wenig – wir brauchen System statt Einzelhelden.
4. Sein > Haben – weniger Kram, mehr Sinn, stärkere Gemeinschaft.
5. Frugal geht – aber gegen die Regeln. Wir ändern die Regeln.
6. Systemwechsel ≠ Staatswechsel – wir demokratisieren die Wirtschaft.
7. Unternehmen als Commons – sie gehören allen und niemandem.
8. Stakeholder steuern – Plural besetzter Rat statt Kapitaleigner.
9. Mehrheit gewinnt – soziale Sicherheit klar kommunizieren, Diskurs prägen.
10. Krise ist Chance – Polykrisen öffnen Fenster für Lösungen.
11. Souverän wirtschaften – autark, wo möglich; kooperativ, wo klug.
12. Nachhaltigkeit vor Profit – Die BEcompany verankert Klima & Soziales im Kern.
13. Faire Einkommen – Leistung ja, Mega-Boni/Armut nein.
BEconomics-Thesen ausführlich
Ein bisschen zu sehr auf den Punkt? Dann hier nochmal etwas ausführlicher und mit Argumenten unterfüttert:
1. Die BEconomics sind das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Das ist deshalb so, weil die BEconomics ökonomische Effizienz, demokratisches Miteinander und ökologische Nachhaltigkeit in sich vereinen. Das ist aber auch deshalb so, weil andere Modelle entweder versagt haben oder politisch nicht durchsetzbar sind.
2. Das Modell der kapitalistischen Marktwirtschaft hat ausgedient. Denn es führt zu ständigen Wirtschaftskrisen, zu gravierender sozioökonomischer Ungleichheit und zu sozialen Spannungen.
3. Auch das Konzept wirtschaftsdemokratischer Inseln und alternativer Unternehmen hat sich trotz jahrzehntelanger Bemühungen nicht durchgesetzt. Der Versuch, durch „Geschichten des Gelingens“ (Harald Welzer), in die Breite der Gesellschaft vorzustoßen, muss leider als gescheitert angesehen werden. Ausgewählte Erfolgsgeschichten aus dem Alternativsektor können freilich als Blaupause für ausgewählte BEconomics-Unternehmen dienen.
„Wir brauchen eine vollständige Demokratisierung der Unternehmenswelt.“
4. Mit den BEconomics verbindet sich ein neuer Lebensstil. Denn das „BE“ steht für eine Lebensweise, bei der (kostenlose) Aktivitäten des Seins wichtiger sind als materialistisches Haben. Dieser Lebensstil ist insgesamt betrachtet klimaschonender wie auch insgesamt nachhaltiger. Und er bringt die Menschen wieder stärker zueinander – ist also ein Gegengift gegen die zunehmende Individualisierung und Vereinsamung.
5. Klar, diese Lebensweise existiert bereits in vielfältigen Variationen. Doch schon der Sozialphilosoph Theodor Adorno hielt treffend fest: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Dies gilt auch für Einzelpersonen und/oder einzelne soziale Milieus, die ihr Leben im Geiste ökologischer Nachhaltigkeit leben. Zumal der politische Druck von Seiten rückwärtsgewandter Kräfte eher größer als kleiner geworden ist. Ein völlig freies Leben im „frugalen Wohlstand“ ist nur in einem anderen Wirtschaftssystem möglich.
6. All dies zusammengenommen bedeutet: Wir brauchen einen grundlegenden Systemwechsel – wohlgemerkt nicht im politischen System, wohl aber im Wirtschaftssystem. Wir brauchen eine Demokratisierung der Unternehmenswelt.
7. Dies bedeutet konkret: Unternehmen gehören nicht länger Einzelpersonen, Familien oder Investmentgesellschaften. Und sie verkommen schon gar nicht zu Spekulationsobjekten der Börse. Vielmehr werden sie zu Eigentum der gesamten Gesellschaft, zu „Commons“ – sie gehören damit allen und zugleich niemandem.
8. Gesteuert werden sie von allen gesellschaftlich relevanten Gruppen, neudeutsch auch „Stakeholder“ genannt. Dazu gehören sowohl Expert:innen als auch einfache Konsument:innen, dazu zählen Vertreter von NGOs, aber auch Manager:innen. Die einzige Gruppe, die draußen bleibt, weil es sie dann sowieso nicht mehr gibt, sind die privaten Investoren.
„Ein Kernziel der BEconomics ist die weitgehende Autarkie demokratischer Volkswirtschaften, um sich vor kolonialistischen Übergriffen der Weltmächte zu schützen.“
9. Die Realisierung dieses Systemwechsels wird dann real, wenn die progressiven Kräfte die „kulturelle Hegemonie“ erlangen, heißt: das Konzept mehrheitsfähig wird. Dazu ist es einerseits notwendig, dass die progressiven Kräfte gut verständlich (und damit deutlich effektiver als bisher) vermitteln, was für weite Teile der Gesellschaft wirklich wichtig ist, z.B. soziale Sicherheit. Nur so können sie die Meinungshoheit gewinnen.
10. Andererseits öffnen die sich zuspitzenden Polykrisen in der Welt (Handelskriege, zunehmende soziale Ungleichheit etc.) „windows of opportunity“ für umfassende Krisenlösungen. Hier gilt es, aktiv in die Zukunft zu schauen und nicht allein Abwehrkämpfe auszufechten.
11. So besteht ein grundlegender Gedanke der BEconomics in der weitgehenden Autarkie demokratischer Volkswirtschaften, um sich vor kolonialistischen Übergriffen der Weltmächte zu schützen. „Weitgehend“ bedeutet, dass dies nicht immer möglich sein wird, vor allem nicht für kleine Länder. Deshalb erscheint es sinnvoll, wenn sich demokratische Volkswirtschaften zu wirtschaftspolitischen Kooperativen zusammenschließen.
12. Für Unternehmen in der kapitalistischen Marktwirtschaft steht die Rendite an erster Stelle. Folglich ist eine konsequente Politik der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes mit ihnen nur schwer realisierbar. Deshalb muss von vornherein authentische Nachhaltigkeit in die Unternehmens-DNA eingeschrieben sein – die, wenn es darauf ankommt, auch Vorrang vor Gewinnstreben hat. Dies ist bei der BECompany, dem Unternehmen der BEconomics, der Fall.
13. Zum Wesen der BECompany gehört ebenso, dass die groteske Lohnspreizung, wie sie im Kapitalismus gang und gebe ist, deutlich reduziert wird. Ja, Leistung muss sich lohnen: Zwischen unterschiedlichen Ausbildungsgraden und betrieblichen Jahresleistungen muss differenziert werden. Alles andere wäre ungerechte Gleichmacherei. Aber Mehr-Millionen-Gehälter und Mega-Boni für Manager sind genauso unsinnig wie Hungerlöhne für Angelernte menschenunwürdig sind.
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