C: Der souveräne Staat: De-globalisieren, Autonomie zurückgewinnen

Um richtig CO2 einzusparen, müssen wir die Globalisierung zurückschrauben. Damit gewinnen wir auch unsere ökonomische Selbstbestimmung zurück.

Wir haben uns an eine Welt gewöhnt, in der alles von irgendwo herkommt. T-Shirts aus Bangladesch, Chips aus Taiwan, Likes aus Übersee. Klingt total global – ist aber vor allem: komplett aus dem Ruder gelaufen.

Kinderarbeit und Sweatshops - auch dies gehört zu den hässlichen Realitäten der Globalisierung.
Kinderarbeit und Sweatshops – auch dies hässliche Realitäten der Globalisierung. Foto: xyzfoto / Depositphotos

Lieferketten oder Irrfahrten?

Unsere Produkte machen Weltreisen, bevor sie im Regal landen. Entwickelt in Land A, gefertigt in B, veredelt in C – und wieder zurück nach A. Klingt clever, kostet aber Nerven, Klima und Zukunft. Der Witz: Wir feiern Kosteneffizienz, während Frachtflugzeuge und Transportschiffe CO₂ in die Luft pumpen, als gäbe es kein Morgen – obwohl das genau das Problem ist.

Regional ist das neue Global

Warum soll ein Hoodie, der 20 000 Kilometer gereist ist, deutlich weniger kosten als einer aus der Region? Ein Entfernungszoll – also eine Klimaabgabe auf überlange Wege – würde endlich ehrlich machen, was bisher auf dem Preisschild fehlt: den echten ökologischen Preis. Das ist kein Rückfall in alte Grenzen, sondern schlicht ein Upgrade der Vernunft.

Re-Regionalisierung klingt sperrig, aber sie ist die wohl smarteste Idee der Gegenwart. Lokale Energie, solidarische Landwirtschaft, europäische Produktionsnetzwerke – das ist Wirtschaft 5.0. Sie funktioniert näher, fairer, widerstandsfähiger. Und sie spart mehr CO₂, als jede App tracken kann.

Selbstbestimmung statt Abhängigkeit

Energie, Kommunikation, Chips – die Nervenstränge unserer Welt. Wer sie kontrolliert, kontrolliert uns – derzeit sind es meist Mega-Konzerne aus Fernwest und Fernost.

Ein nachhaltiger Staat sorgt dafür, dass alles, was strategisch ist, in öffentlicher Hand bleibt.

Ein nachhaltiger Staat sorgt dafür, dass unsere Basisversorgung und alles, was strategisch ist, in öffentlicher und demokratischer Hand bleibt. Nicht, weil das retro ist, sondern weil Freiheit keine Lieferware sein sollte.

Das neue Normal

De-Globalisierung heißt nicht Rückzug. Es heißt: Wir haben verstanden. Kurze Wege. Klarer Kopf. Gesunde Erde. Das ist kein Rückschritt, sondern der Neustart einer Welt, die endlich wieder Bodenhaftung hat und in der wir unsere ökonomisch-politische Souveränität zurückgewinnen.

Deine TEC-Learnings:
  • Globale Lieferketten mögen Produkte zwar billiger machen. Sie verpesten aber das Klima umso mehr.
  • Ein Entfernungszoll macht Klimakosten sichtbar – und Fairness messbar.
  • Regionalisierung gibt uns unsere nationale Souveränität zurück, gerade, wenn es um strategische Güter geht.

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